Pädagogisches Konzept

1. Leitspruch

2. Lebensweltanalyse

3. Rahmenbedingungen und Organisation
3.1. Haus und Räume
3.2. Freiflächen
3.3. Zusammensetzung und Gestaltung der Gruppen
3.4. Tagesablauf
3.5. Organisation

4. Pädagogische Arbeit
4.1. Bildung als gesetzlicher Auftrag
4.2. Bildungs- und Erziehungsaspekte
4.3. Der pädagogische Ansatz und die praktische Umsetzung

5. Formen der Zusammenarbeit
5.1. Teamarbeit
5.2. Elternarbeit und Familienbildung
5.3. Öffentlichkeitsarbeit

6. Qualitätsmanagement
6.1. Qualitätsentwicklung als Prozess

 

 

 

 




1. Leitspruch

Kinder sind nicht auf die Welt gekommen,
damit wir sie nach unseren Vorstellungen zurechtbiegen.

Kinder sind auf die Welt gekommen,
um ihr eigenes Leben zu erforschen,
ihr eigenes Ziel zu finden
und wir dürfen sie ein Stück begleiten.

(Verfasser unbekannt)

Zurück

2. Lebensweltanalyse

Unsere Einrichtung "Gompitzer Spatzennest" liegt in der Ortschaft Gompitz am westlichen Stadtrand der Landeshauptstadt Dresden. Sie befindet sich in ländlicher Umgebung und grenzt an das Landschaftsschutzgebiet "Zschoner Grund".
Die Struktur besteht aus gewachsenen ländlichen, dörflichen und neuangesiedelten Wohngebieten. Diese Lage bietet eine ideale Umgebung mit reichhaltiger Tier- und Pflanzenwelt sowie ausreichend Bewegungsraum für die Entwicklung der Kinder unserer Kindertagesstätte.

Ob das Erwachen der Natur im Frühling, die Frische des Grundes an heißen Sommertagen, das herbstliche Farbenspiel der Bäume mit seinen vielen Anregungen zum Sammeln und Basteln oder der Winter in seiner Stille, mit Wildfütterung und lustigen Rodelpartien - alles kann von den Kindern erlebt, beobachtet und zum Spielen genutzt werden.

Im Juli 2001 übernahm der freie Träger "Kindertagesstätte Gompitzer Spatzennest e.V." die Einrichtung von der Landeshauptstadt Dresden. Als freier Träger auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendförderung können wir die Anforderungen der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse umsetzen und der Erwartungshaltung der Eltern gerecht werden.

2007 wurde unsere Kindertagesstätte als "vom Kneipp Bund e.V. anerkannte Kindertageseinrichtung" zertifiziert.

Mit der Übernahme des Hortes der 74. Grundschule im August 2009 erweiterte sich der Tätigkeitsbereich auf die Bildung und Erziehung der Kinder bis zur Vollendung der Grundschulzeit. Im Sinne der Vereinsarbeit erhalten und pflegen wir bestehende Traditionen der Ortschaft und ergänzen diese mit neuen Ideen. Dazu zählen unter anderem: stattfindende Dorffestlichkeiten, der Martinsumzug, Fasching, Pflanzung von Geburtenbäumen und der "Tag der offenen Tür".

Die Angebote für unsere Kinder sind besonders geprägt durch:

  • kreatives, phantasievolles Spielen und Bewegen in und mit der Natur
  • unseren Bewegungsspielplatz im Garten zur Förderung der psychomotorischen Aspekte und Basissinne
  • die allseitige Entwicklung der Kinder mit umfangreichen, wissenschaftlich fundierten Lern- und Spielmaterialien
  • eine aktive Gesundheitserziehung der Kinder nach " Kneipp"
  • kontinuierliches und intensives Arbeiten auf dem Gebiet der Sprachentwicklung

zurück

3. Rahmenbedingungen/Organisation

3.1 Haus und Räume

Unsere Kindereinrichtung wurde 2006 mit einem Erweiterungsbau ergänzt und besteht aus zwei mit einem Glasfoyer verbundenen Gebäuden.
Sie verfügen über insgesamt 7 Gruppenräume mit dazugehörigen Sanitärbereichen und Garderoben für 114 Kinder.
Die Räume sind mit neuem, altersgerechten Mobiliar und Spielzeug ausgestattet und individuell, entsprechend den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder gestaltet. Bei der Neugestaltung der Räume legen wir besonderen Wert auf ein Einrichtungskonzept für bewegungsbewusste Gruppenräume mit Move-upp-Möbeln.

Das umfangreich vorhandene und leicht erreichbare Spiel- und Bastelmaterial regt die Kinder zum schöpferischen und kreativen Tätigsein an.
Ergänzend bietet unser Kreativraum vielfältige Anregungen zum Experimentieren und Erforschen.

In dem im Erdgeschoss befindlichen Krippenbereich stehen ideale Bedingungen für die Bedürfnisse der Kinder ab einem Jahr zur Verfügung. Unter anderem zählen ein separater Ausgang zum Garten mit einem abgegrenzten Spielbereich dazu. Zwei miteinander verbundene, ruhig gelegene Schlafräume erweitern diese Räumlichkeiten.

Für unsere Kindergartenkinder wurde zur Ergänzung der Gruppenräume ein Mehrzweckraum mit einer Kinderküche für multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten eingerichtet.
Unsere hauseigene Sauna bildet einen wichtigen Bestandteil zur Umsetzung des Kneipp-Gesundheitskonzeptes.

Unsere hochwertige Kochküche bietet unseren Kindern eine gesundheitsbewusste, ausgewogene Ganztagsverpflegung an.

zurück

3.2. Freiflächen

Viele Sträucher und Bäume umgeben unseren Gartenspielbereich, spenden ausreichend Sonnenschutz und schützen die Kinder vor Belastungen der vorbeiführenden Straße.
Eine dazugehörige, großzügig angelegte Freispielfläche mit individuellen, außergewöhnlichen Holzspielkombinationen fügt sich harmonisch in das Gesamtbild der Einrichtung ein und bietet vielfältige Bewegungsmöglichkeiten.

Sandkästen, Holzspielhäuser und Matschanlage laden die Kinder zu ideenreichen Spielen ein. Ein Natursinnespfad, ein Weidenhaus und unsere Regentropf-Anlage bereichern das kreative Betätigungsfeld der Kinder.

Durch abgetrennte Spielbereiche wird die Altersspezifik der Kinder berücksichtigt und durch gemeinsame Elemente (z.B. Matschanlage, Roller- und DreiradfIäche sowie Terrassenbereich) ergänzt.

Unser hauseigener Kräutergarten, Schmucksteingarten ,Wetterstation, Windspiele und Tastwand verwandeln unseren Garten in eine Oase der Sinne.

zurück

3.3. Zusammensetzung und Gestaltung der Gruppen

Unsere Einrichtung bietet Platz für 114 Kinder. Es können 36 Krippenkinder vom vollendeten ersten Lebensjahr sowie 78 Kindergartenkinder bis zum Schuleintritt aufgenommen werden.

Sie werden vorwiegend in altershomogenen Gruppen durch fachlich qualifizierte Erzieherinnen betreut.

zurück

3.4. Tagesabläufe

Tagesablauf im Krippenbereich

06.30 - 07.30 Uhr   Frühbetreuung
 
07.30 Uhr   Frühstück
 
08.00 Uhr   Körperpflege und Kneipp-Anwendungen
individueller Schlaf der jüngsten Kinder
 
08.30- 11.00 Uhr   Spiel im Freien und im Gruppenraum
Bildungsangebote
Bewegungsangebote
 
09.30 Uhr   Obstfrühstück
 
11.00 Uhr   Mittagessen
 
11.30 Uhr   Körperpflege und Kneipp-Anwendungen
 
12.00 Uhr   Schlafen
 
14.00 Uhr   Körperpflege
 
15.00 Uhr   Spiel
 
11.00 Uhr   Mittagessen
 
15.30- 17.00 Uhr   Spätbetreuung
 

Tagesablauf im Kindergartenbereich

06.30 - 07.30 Uhr   Frühbetreuung
 
07.30 Uhr   Frühstück
 
08.00- 11.00 Uhr   Spiel im Freien und im Gruppenraum
Verschiedene Bildungsanlässe
und Lernimpulse
Kneipp-Anwendungen,
Sauna und Sport
 
11.30 Uhr   Mittagessen
 
12.00 - 14.00 Uhr   Schlafen / Ruhen
 
im Anschluss
 
  Vesper
Spiel- und Lernangebote
 
16.15 - 17.00 Uhr   Spätbetreuung

Die Kinder erleben in der Kindertagesstätte einen Tagesablauf, der durch feste Zeiten für bestimmte Tätigkeiten strukturiert ist. Das gibt Sicherheit und Orientierung für das Kind. Der Tagesablauf ist auf den Körperrhythmus des Kindes abgestimmt, auf sein Bedürfnis nach Nahrung, Bewegung, Spiel und Bildung ebenso wie Ruhe und Entspannung.

Die Zeiten für die Gestaltung des Tagesablaufs sind Orientierungszeiten und variabel. So ist es durchaus möglich, dass sich z. B. durch verschiedene Angebote am Vormittag die Zeiten verschieben.

zurück

3.5. Organisation

Während der Öffnungszeit von Montag bis Freitag 6.30 bis 17.00 Uhr können die Eltern zwischen verschiedenen Betreuungszeiten wählen.

Der Aufenthalt unserer Kinder kann durch folgende, mit den Eltern abgestimmte Angebote ergänzt werden:

  • Sauna
  • Sporttag in der Schulsporthalle
  • Schach
  • Musikschule Fröhlich
  • Schwimmlehrgang
  • Stadterkundungen

Folgende wiederkehrende Veranstaltungen sowie traditionelle Feste und Feiern gehören zum festen Bestandteil unserer Jahresplanung:

  • Gesamtelternabend
  • Gruppenelternnachmittage
  • Ortschaftsfeste
  • Oma-Opa-Tag
  • Wandertag
  • Altpapieraktionen
  • Martinsumzug
  • Elternbastelabend zur Weihnachtszeit
  • Weihnachtsmarkt
  • Nikolaus
  • Weihnachtsfeier
  • Winternachmittag
  • Fasching
  • Frühlingsfest
  • Osterbasteln mit den Eltern
  • Osterfest
  • Zoobesuche
  • Erlebniswoche
  • Abschlussfahrt der Vorschulgruppe
  • Vorlesenacht
  • Tag der offenen Tür
  • Kindertag
  • Sommerfest
  • Zuckertütenfest


In unserer hauseigenen, modernisierten Küche wird durch das Küchenpersonal täglich eine schmackhafte und immer frisch zubereitete Vollverpflegung, bestehend aus Frühstück, warmen Mittagessen und Vesper, für alle Kinder gereicht.

Verschiedene Getränke werden über den gesamten Tag angeboten, ebenso eine Obstmahlzeit. Dadurch besteht die Möglichkeit, unseren Kindern eine gesunde, wertvolle und abwechslungsreiche Ernährung anzubieten.

Der hauseigene, durch die Kinder angelegte Kräutergarten bietet eine große Vielfalt zum Wissenserwerb und zur Bereicherung und Ergänzung der Nahrung. Projekte zum Thema "Gesunde Ernährung" werden gemeinsam in den Gruppen durchgeführt und durch das Küchenpersonal unterstützt.

Außerdem haben die Kinder in der zur Verfügung stehenden Kinderküche die Möglichkeit, sich selbst aktiv an der Zubereitung der Mahlzeiten zu beteiligen.

Für die tägliche Sauberkeit der gesamten Einrichtung, dem Freigelände und der Wäsche sind unsere Reinigungskräfte zuständig. Alle erforderlichen Geräte stehen dafür zur Verfügung.

Unterstützung zur Erhaltung der Außenanlagen, des Gebäudes und kleinere Reparaturen leisten unsere Eltern im Rahmen ihrer Arbeitsstunden. Arbeitseinsätze im Frühjahr und Herbst bilden einen festen Bestandteil der Pflegearbeiten.

zurück

4. Pädagogische Arbeit

4.1. Bildung als gesetzlicher Auftrag

"Bildung ist ein Prozess, der mit der Geburt beginnt,
grundsätzlich individuell und lebenslang verläuft."

(Sächsisches Staatsministerium für Soziales/Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 2003, Seite 2)

Der gesetzliche Auftrag wird im §2 des Sächsischen Gesetzes zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen festgehalten. Er beinhaltet unter anderem den Erwerb und die Förderung sozialer Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Gemeinschaftsfähigkeit, Toleranz und Akzeptanz gegenüber anderen Menschen, Kulturen und Lebensweisen sowie gegenüber behinderten Menschen und die Ausbildung von geistigen und körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, insbesondere zum Erwerb von Wissen und Können, einschließlich der Gestaltung von Lernprozessen.

Weitere wichtige Aspekte für unser Bildungsziel wurden aus dem "Sächsischen Bildungsplan", der "Verbesserung der Schuleingangsphase" sowie der "Sprachlichen Entwicklung von Kindern bis zum Schuleintritt" (Sächsisches Staatsministerium für Soziales/Sächsisches Staatsministerium für Kultus) entnommen.

zurück

4.2. Bildungs- und Erziehungsaspekte

Kindertagesstätten sind Orte für Kinder, wo sie Anerkennung und Lerngelegenheiten finden und gleichberechtigt an allen Prozessen im Alltag beteiligt sind. Sie sichern ein gleiches Recht auf Bildung für alle Kinder.
Um die Individualität und die Allseitigkeit der Bildung und Erziehung zu gewährleisten, arbeiten wir nach folgenden, im Sächsischen Bildungsleitfaden festgeschriebenen Bildungsbereichen:

Somatische Bildung

Sie umfasst die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder, die wir durch viel Bewegung, besonders an frischer Luft, und bewusster Gesundheitserziehung umsetzen. Dabei bilden die fünf Säulen der Kneippschen Lehre einen wichtigen Bestandteil.

Soziale Bildung

Soziales Lernen, gegenseitiges Vertrauen und gleichberechtigte Beteiligung bilden die Grundlage für die Entwicklung sozialer Fähigkeiten.

Kommunikative Bildung

Sie vollzieht sich in allen Bereichen des Lebens. Im Kleinkindalter äußert sie sich überwiegend durch Mimik und Gestik und wird später durch die Sprache ergänzt. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales stellt die Sprachentwicklung an oberste Stelle, denn Sprache 4 entwickelt sich nicht im Selbstlauf, sondern muss gelehrt und gelernt werden. Um unsere Kinder bestmöglichst zu fördern, haben wir einen Kooperationsvertrag mit der Sprachheilschule Dresden geschlossen, die uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Unter Einbeziehung vielfältiger Arbeitsmaterialien, im Besonderen vom Finken-Verlag, fördern und fordern wir die Kinder täglich, ihre Sprachfertigkeiten zu verbessern bzw. weiterzuentwickeln.

Ästhetische Bildung

Sie beinhaltet die Umwelterforschung mit allen Sinnen, wobei die Kinder unterschiedlichste Sinneserfahrungen erwerben und sich ästhetische Werte aneignen.

Naturwissenschaftliche Bildung

Durch individuelles und gemeinsames Erkunden, Erforschen, Entdecken und Erleben lernen die Kinder verschiedene Bereiche von Natur und Technik kennen und verstehen. Das Landschaftsschutzgebiet "Zschoner Grund" bietet uns dafür ideale Bedingungen.

Mathematische Bildung

Wir wecken bei den Kindern da Interesse am Knobeln und Finden von eigenen Lösungswegen. Dabei entwickelt sich das Zahlenverständnis sowie Vorstellungen über geometrische Formen, die räumliche Wahrnehmung wird geschult.

zurück

4.3. Der pädagogische Ansatz und die praktische Umsetzung

Der lebensbezogene Ansatz ist kindorientiert und wird von erlebnispädagogischen Elementen geprägt. Das Kind soll selbst Er-Leben statt belehrt zu werden. Das gemeinsame Leben und Erleben von Kindern und Erzieher steht im Mittelpunkt des Ansatzes. Alle Kinder werden auf das Leben vorbereitet und lernen, ihr bisheriges Können zu nutzen, es zu verändern und zu erweitern.

Wir haben uns für die Arbeit nach dem Iebensbezogenen Ansatz entschieden, weil er ein kindorientiertes Bildungskonzept enthält und die allseitige Entwicklung jedes Einzelnen besonders gefördert wird.

Ein lebensbezogener Kindergarten ist für alle Beteiligten eine Stätte gemeinsamen Lebens und Erlebens, der sich am gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Leben der Kinder und Familien orientiert.

Er beinhaltet folgende zehn Leitsätze:

1. Ganzheitlichkeit des Kindes

  • Leben und Lernen beziehen sich auf alle Dimensionen des Kindes
  • Wissen, praktisches Tun, Einstellung- und Gefühlsbereich spielen eine gleichwichtige Rolle
  • das Kind ist Akteur seiner Selbst

2. Zukunft und Gegenwart des Kindes

  • Leben und Lernen orientieren sich daran, was das Kind für das zukünftige Leben benötigt und an den gegenwärtigen Interessen, die sich aus aktuellen Ereignissen ergeben

3. Offene Planung der Arbeit

  • offen - aber nicht bis ins Detail festgelegte Planung, die Alternativen bzw. Platz für besondere Erlebnisse, Situationen und Ereignisse bietet

4. Vorbereitende Umgebung und deren Gestaltbarkeit

  • Die Erzieherinnen sorgen für vorbereitende Umgebung, aber die Kinder werden aktiv in deren Gestaltung einbezogen

5. Vor- und Nachbereitung der Arbeit

  • Iebensbezogene Arbeit wird geplant, vor- und nachbereitet
  • Planung ist am Kind orientiert
  • aussagekräftige Dokumentation

6. Partnerschaftlicher Erziehungsstil

  • "Sage und tue einem Kind nie, was du nicht oder ohne Arger dulden würdest!"
  • Kinder und Erzieher sind gleichberechtigte Partner

7. Kooperation und Vernetzung

  • Transparenz nach außen

8. Didaktische Materialien und Spiele

  • kind- und zielgerichtete Anwendung im Alltag
  • Bereitstellung hochwertiger Spiel- und Lernmaterialien zum Experimentieren und Erforschen

9. Lebensbedingungen des Kindes

  • Kenntnis der Familiensituation
  • Berücksichtigung/Einflechtung dieser in den pädagogischen Alltag

10. Individualisierung und Kompensatorische Bildung

  • individuelle Förderung jedes Kindes, besonders Benachteiligter

In unserer Kindertagesstätte finden dabei folgende drei Hauptschwerpunkte besondere Beachtung und spezielle Förderung in der täglichen Arbeit mit den Kindern:

  • Sprachentwicklung
  • Natur
  • Kneipp

Die wichtigsten Methoden des lebensbezogenen Ansatzes sind das Freispiel als Hauptaneignungstätigkeit und Lebensbewältigung, die Projektarbeit und Schaffung verschiedener Bildungsanlässe.

Das Erzieherteam ermöglicht optimale Voraussetzungen für die individuelle Bildung, Erziehung und Förderung jedes einzelnen Kindes und trägt Verantwortung für die Umsetzung des gesetzlichen Bildungsauftrages.

Die Entwicklung der Kinder wird regelmäßig, gemeinsam mit den Familien, in Portfolio's fortgeschrieben und bietet die Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Der Alltag der Kinder wird in anschaulicher Weise in Dokumentationsmappen präsentiert. Als familienergänzende Einrichtung begleiten, unterstützen und fördern wir jedes Kind auf dem Weg bis zur Schule.

Zur Verbesserung der Schuleingangsphase haben wir uns mit der 74. Grundschule auf der Grundlage unserer Kooperationsvereinbarung das Ziel gesetzt, in verschiedenen Bereichen eng zusammenzuarbeiten.

Dazu zählen:

  • gegenseitige Hospitationen der Erzieher und Lehrer
  • gemeinsame Teamberatungen und Erfahrungsaustausche
  • Nutzung der Schulsporthalle
  • Vorschulgruppe besucht erste Klasse
  • Nutzung der Schulsport-AG
  • Spiel- und Bastelnachmittag der Vorschulkinder und Eltern in der Schule
  • Höhepunkte der Ortschaft werden gemeinsam vorbereitet
  • gegenseitige Einladungen und Besuche zu Veranstaltungen

Die Übernahme des Hortes ermöglicht weitere Formen der Zusammenarbeit, z.B. Feriengestaltung, Nutzung der zur Verfügung stehenden Rahmenbedingungen.

zurück

5. Formen der Zusammenarbeit

5.1. Teamarbeit

Das Team der Kindertagesstätte setzt sich zusammen aus allen pädagogischen und technischen Mitarbeitern. Die Verantwortung gegenüber dem Träger obliegt der Leiterin, welche vom Team unterstützt wird.
Unser Anliegen ist es, kooperativ und gleichberechtigt miteinander zu arbeiten. Besondere persönliche Stärken der Mitarbeiter werden dabei gezielt eingesetzt. Entscheidenden Einfluss haben Engagement und Eigenaktivität der Erzieher.
Teamarbeit ist dabei gekennzeichnet durch offene interne Kommunikation, Reflexionsbereitschaft, Verantwortung füreinander und Verbindlichkeit untereinander.
Gemeinsam im Team wird die pädagogische Konzeption als Arbeitsgrundlage der Kindertagesstätte regelmäßig aktualisiert.

Das Team ist zuständig und verantwortlich für die Planung und Durchführung der pädagogischen Arbeit. Diese erfolgt so, dass sie genügend Freiräume für den lebensbezogenen Ansatz lässt und den Kindern und Eltern die Möglichkeit bietet, Ideen, Vorschläge und Anregungen mit einzubringen.

Verschiedene Dokumentationsformen tragen zur Qualitätssicherung unserer Arbeit bei.

Regelmäßige Dienstbesprechungen zu Themen wie Analyse der Gruppenprozesse, Planung und Reflexion der pädagogischen Arbeit und der Elternarbeit, Information über die aktuelle Arbeit des Trägers und organisatorische Abläufe sowie Planung der Dienstzeiten sind Bestandteil unserer Arbeit.

Grundvoraussetzungen für uns sind außerdem die regelmäßige Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen in und außerhalb der Einrichtung, Hospitationen sowie das ständige Studium von Fachliteratur. Jedes Jahr führen wir eine mehrtägige Teamweiterbildung durch, welche unter anderem wesentlich zur Festigung und Stärkung des Teams beiträgt.

zurück

5.2. Elternarbeit und Familienbildung

Entsprechend unseres Bildungsauftrages, familienergänzend - und unterstützend - zu arbeiten, pflegen wir eine enge Erziehungspartnerschaft mit allen Familien der Kindertagesstätte. Eine rege Mitwirkung an gemeinsamen Vorhaben und Veranstaltungen zeigt das Interesse der Eltern, das Erzieherteam in seiner täglichen Arbeit zu unterstützen.

Eine aktive Zusammenarbeit mit allen Eltern erfolgt durch:

  • den gewählten Elternbeirat und dessen quartalsweisen, schriftlichen Informationen im Elternbrief
  • Gesamtelternabend
  • Spezifisch-thematisierte Gruppenelternabende gruppeninterne Veranstaltungen für die gesamte Familie der Kinder
  • Einbindung der Eltern zu verschiedenen traditionellen Festen und Feiern
  • unterstützende Arbeitsleistungen aller Eltern zum Erhalt des Gebäudes und der Außenanlagen
  • hilfreiche Unterstützung der Eltern mit Hinweisen, Anregungen und Vorschlägen zur Arbeit in der Einrichtung
  • quartalsweise, gruppenspezifische Elternbriefe
  • individuelle Elterngespräche zum Entwicklungsstand der Kinder
  • Arbeitskreis " Kneipp"

Außerdem werden die Eltern aktiv zur Mitgestaltung der Konzeption einbezogen.
Wöchentlich findet ein Sprechtag der Leiterin für alle Eltern statt. Neue Eltern haben die Möglichkeit zur Anmeldung, zu Aufnahmegesprächen und dem Bekanntmachen mit der Einrichtung. Dies ist der Beginn einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern.

Bei Aufnahme der Kinder findet ein spezieller Einführungselternabend für alle neuen Eltern statt. Hier haben sie auch die Möglichkeit, den Träger näher kennenzulernen und bekommen eine persönliche Willkommensmappe überreicht.

Für die Entwicklung des Kindes ist es von entscheidender Bedeutung, dass beide Bezugswelten, also Elternhaus und Kita, miteinander in Verbindung stehen, kooperieren und interagieren.

Folgende Formen der Familienbildung werden in unserer Einrichtung umgesetzt:

  • Unterstützung bei Aufnahme und Übergang in Kita und Schule
  • Angebote von Spiel- und Krabbelgruppen
  • Eingewöhnungsphase - sehr gute Erfahrungen bei der Umsetzung unserer anerkannten Konzeption zur Eingewöhnung
  • gemeinsame Schulvorbereitung des Kindes von Elternhaus, Kita, Schule und Hort durch optimale Gestaltung des Überganges von der Kita zur Schule
  • Angebote von Entwicklungs- und Beratungsgesprächen
  • das gemeinsame Erziehungsanliegen prägt die Erziehungspartnerschaft Erzieher - Eltern
  • Gestaltung gemeinsamer Feste und Feiern mit der gesamten Familie (Geschwister, Eltern und Großeltern)
  • Elternabende mit Einladungen von fachspezifischen Moderatoren zu unterschiedlichen interessanten und aktuellen Themen

zurück

5.3. Öffentlichkeitsarbeit

Im Interesse einer optimalen Partnerschaft arbeitet unser Träger "Gompitzer Spatzennest e.V. " eng mit dem Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Landeshauptstadt Dresden zusammen.
Durch die Mitarbeit im " Netzwerk Freier Träger" steht die Kindertagesstätte im regen Austausch mit anderen freien Trägern und deren Kindertageseinrichtungen.
In unserer Kindertagesstätte bieten wir angehenden Erzieherinnen und Sozialassistentinnen sowie Schülern die Möglichkeit zur Absolvierung eines Praktikums. Begleitet werden die Praktikanten durch eine ausgebildete Praxisanleiterin.
Besonders intensiv kooperieren wir mit der 74. Grundschule im Hinblick auf eine optimierte Schuleingangsphase für unsere Kinder. Gleichzeitig besteht eine Kooperationsvereinbarung mit der Sprachheilschule Dresden zur Unterstützung der sprachlichen Entwicklung der Kinder bis zum Schuleintritt. So finden regelmäßige Hospitationen einer Sprachheiltherapeutin zur Erfassung des Sprachentwicklungsstandes der Kinder statt. Gemeinsam mit der Erzieherin und den Eltern werden diese Hospitationen ausgewertet und fördernde Maßnahmen besprochen. Unterstützend dazu bieten wir eine Eltern-Kind-Sprechstunde im Haus an. Durch Qualifizierung von Mitarbeiterinnen können wir im letzten Kindergartenjahr mit dem durchgeführten BISC-Test eine mögliche Lese- und Rechtschreibschwäche des Kindes feststellen und entsprechende Schritte empfehlen.

Um eine bestmögliche Betreuung und Beratung im gesundheitlichen Bereich zu garantieren, arbeiten wir kontinuierlich mit dem schulärztlichen Dienst, dem Gesundheitsamt, dem jugendzahnmedizinischen Dienst und speziellen Beratungsstellen zusammen.
Ein ortsansässiger Orthopäde gestaltet zweimal im Jahr eine Sprechzeit zum Thema "Gesunde Füße", die von vielen Eltern genutzt wird.

Außerdem stehen wir in Verbindung mit dem Kneipp-Bund Landesverband Sachsen e.V. Dresden und arbeiten konstruktiv in dem von uns gegründeten " Netzwerk Kneipp" mit anderen Kneipp-Kindertageseinrichtungen zusammen.

Seit über vierzig Jahren zählt die Kindereinrichtung zum festen Anlaufpunkt des Ortschaftsgeschehens und pflegt regelmäßige Kontakte zum Ortschaftsrat Gompitz, den ansässigen Vereinen sowie den Gewerbetreibenden von Gompitz und den angrenzenden Ortschaften.

Mit Tagesmüttern im Einzugsgebiet der Kindertagesstätte besteht eine gute Zusammenarbeit. Durch bestehende Kooperationsvereinbarungen können die Vorteile der besonderen Ausstattung der Kindereinrichtung genutzt werden (z.B. Sauna, Küche, Fort- und Weiterbildungen).

Der Förderverein "Gompitzer Spatzennest eV." und seine aktiven Mitglieder unterstützen unsere Arbeit ideell und finanziell.

Durch die Krabbel- und Spielgruppe leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Familienbildung und Begleitung junger Familien. Gleichzeitig wird die Eingewöhnungsphase der Kinder in die Kindertagesstätte optimiert.

Durch folgende Medien präsentiert sich unser Verein:

  • Flyer der Kita
  • Monatlicher Beitrag im Informationsblatt "Gompitzer Nachrichten"
  • Internetpräsentation unter www.Gompitzer-Spatzennest.de
  • Pressemitteilungen

Vielfältige Angebote der Kindertagesstätte können von allen interessierten Familien und ihren Kindern genutzt werden. Dokumentationen im Haus informieren die Eltern über aktuelle Termine und Veranstaltungen und geben Einblicke in den Kindergartenalltag.

zurück

6. Qualitätsmanagement

6.1. Qualitätsentwicklung als Prozess

Unsere Konzeption verstehen wir als einen Entwicklungsprozess und gleichzeitig als Spiegelbild unserer pädagogischen Arbeit. Deshalb ist es erforderlich, sie ständig zu vervollkommnen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Aspekte und Erfahrungen mit einfließen zu lassen.

Folgende spezifische Konzeptionen und Kooperationsvereinbarungen ergänzen diese Konzeption:

  • Konzeption zur Eingewöhnung
  • Kooperationsvereinbarung Kita und Sprachheilschule
  • Kooperationskonzept Kita und Schule

Qualitätsentwicklung bedeutet für uns einen kooperativen Aushandlungsprozess zwischen dem öffentlichen Träger, den politischen Vertretern des Jugendhilfeausschusses, den Trägervertretern, Elternvertretern und Vertretern der Wissenschaft.

Derzeit arbeiten wir an der Erstellung unseres Qualitätshandbuches. Dieses beinhaltet schwerpunktmäßig folgende Bereiche:

  • Organisations- und Dienstleistungsentwicklung
  • Qualitätsentwicklung und -sicherung
  • Konzept- und Konzeptionsentwicklung
  • Vernetzung, Kooperation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Familienorientierung, Eltern- und Kinderbeteiligung
  • Personalmanagement
  • Bedarfsermittlung und strukturelle Angebotsplanung
  • Finanzmanagement

In Zusammenarbeit mit einem Bildungsinstitut ist ein Qualitätsbeauftragter der Einrichtung für die Prozessbegleitung verantwortlich. Nach erfolgtem Abschluss der Erstellung wird eine Zertifizierung unserer Kindertagesstätte angestrebt.

Die Qualitätsentwicklung ist ein Instrument zur Reflexion, zur Anregung des fachlichen Dialoges, zur Leistungsüberprüfung und somit zur Stärkung der lnnovationsbereitschaft unseres Trägers.

Als unser Ziel der Qualitätsentwicklung und -sicherung streben wir die Zufriedenheit aller Bezugsgruppen (Kinder Eltern, Träger, Lehrer, Kooperationspartner im Gemeinwesen, auch alle Mitarbeiter der Einrichtung) aufgrund einer qualitativ hochwertigen pädagogischen Arbeit an.


Wir wünschen uns allen auf diesem Weg viel Kraft und Erfolg.

Das Team aus Ihrer

Gompitzer Spatzennest Kindertagesstätte e.V.

zurück